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Siegersbursch

Scirocco

WINNDance
WINNDance präsentiert in Zusammenarbeit mit Boss den Tanzabend Scirocco, der die Kapitel Tod in Venedig und Bridge of Sighs miteinander in Dialog setzt.

Besetzung

Das Stück

  • Spielstätte Staatsoper, Großes Haus
  • Dauer
    90 Min
Der deutsche Literaturnobelpreisträger Thomas Mann verlegt seine Novelle Der
Tod in Venedig
in jene Stadt, die zugleich eines ihrer berühmtesten Wahrzeichen
beherbergt: die Seufzerbrücke. Durch die engen Gassen Venedigs zieht im Sommer drückend und schwül der aus der Sahara stammende Wind Scirocco. Er trägt den Geschmack von Staub und Salz auf der Zunge und legt einen warmen Schleier über Haut und Gedanken. Man spürt ihn im pochenden Blut, in einer feinen Gereiztheit, in einer Sehnsucht ohne Namen. Als innere Landschaft und Quelle kreativer Inspiration trägt der Scirocco die Emotionen des Tanzabends.

Das Kapitel Tod in Venedig orientiert sich an zentralen Motiven aus Thomas Manns 1912 veröffentlichter, gleichnamiger Novelle. Im Mittelpunkt steht der alternde Schriftsteller Gustav von Aschenbach, der einen Sommer in Venedig verbringt – und dort in eine existenzielle Krise gerät. Das Tanzstück inszeniert einen fiktiven inneren Dialog zwischen Thomas Mann und seinem Protagonisten. Gemeinsam durchleben sie rückblickend noch einmal jenen verhängnisvollen Aufenthalt, währenddessen sich eine unerbittliche innere Spannung entwickelt – eine fiebrige Obsession, die Aschenbachs geordnetes Selbst zunehmend auflöst. Die Filme von Javier De Frutos schaffen dafür einen erzählerischen Rahmen, während die Choreograf:innen Imre und Marne van Opstal, Omar Román De Jesús und Rainer Behr den inneren Identitätskonflikt – als verdichteten Ausdruck von Thomas Manns emotionaler Ambivalenz – in eine körperlich erfahrbare Bewegungssprache übersetzen.

John Neumeiers Choreografie Bridge of Sighs schöpft ihre Inspiration aus
mehreren Quellen: aus der Geschichte der Seufzerbrücke in Venedig, aus einem
markanten Zitat des frühchristlichen Theologen Augustinus über die Liebe und
aus dem dunklen Geheimnis in der Musik Dmitri Schostakowitschs. Die Seufzerbrücke – jene Brücke, die nur in eine Richtung führt – ruft unzählige Bilder hervor: den letzten Blick auf eine geliebte Stadt, den Abschied eines Liebenden, die schmerzliche Sehnsucht nach einer unwiederbringlichen Vergangenheit. Sie steht für Abwesenheit, die sich wie intensive Gegenwart anfühlt, für Enden, in denen Anfänge nachklingen. Die Tänzer:innen greifen diese Bildwelt auf und verdichten sie in einer Choreografie, die eine emotionale Landschaft an der Schwelle zwischen Vergangenheit und Gegenwart entstehen lässt.

Das Kostümdesign von Boss prägt die künstlerische Sprache des Abends. Mit
unverwechselbarer Formensprache und Ästhetik begleiten die Kostüme die
Kapitel, verleihen jedem Werk visuelle Präsenz und transportieren seine
Atmosphäre.

Die WINNDance Company aus Stuttgart, gegründet von Slava Tutukin und Marijn
Rademaker, vereint renommierte Tänzer:innen über 40. In Zusammenarbeit mit
Institutionen, Choreograf:innen und Partner:innen aus Mode und Industrie
entstehen interdisziplinäre Projekte, die dazu beitragen, die gesellschaftliche
Wahrnehmung von Alter neu zu denken

Scirocco

WINNDance

  • Dauer
    90 Min

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